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Sóley © Birgisdóttir Ingibjörg

Sóley

Datum: Freitag, 12. Mai 2017
Ort: Apostel-Paulus-Kirche, Berlin ( Grunewaldstraße Ecke Akazienstraße · 10823 Berlin)
Einlass: 19:00
Beginn: 20:00

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Island ist reich an außergewöhnlichen Musikern und einzigartigen Bands, doch die Mittzwanzigerin Sóley Stefánsdóttir sticht selbst aus diesem Pool an Individualisten hervor. Ihre Musik vollzieht hochfliegende Kapriolen zwischen Klang gewordenen Traumbildern, Indie-Pop, großer Kompositionskunst und einer weltentrückten Melancholie. Das ehemalige Mitglied der Band Seabear verquickt in seinen Soloarbeiten die Stimmung seiner Heimat mit gehaltvollen Songs, die große Tiefe und Musikalität ausstrahlen. Seit 2011 ihr Debütalbum „We Sink“ veröffentlicht wurde, zählt Sóley zu den Lieblingen des Feuilletons und Favoriten im Internet, ihre Konzerte sind Ereignisse voll Intimität und Musikalität.

Sóley wollte schon immer Profimusikerin werden. Sie lernte bereits als Kind Klavier spielen und studierte nach der Schule Komposition. Derart klassisch ausgebildet, verband sie ihre fachlichen Kenntnisse in eigenen Werken mit großem Gespür für den Mystizismus und die Natürlichkeit ihrer isländischen Heimat. Ihre Texte sind dunkel und geistreich, die Melodien delikat und eigen. 2010 erschien ihre Solo-EP „Theater Island“, ein Jahr später gefolgt von ihrem ersten Soloalbum „We Sink“. In Sóley fand das Feuilleton eine zwar zerbrechliche, zugleich aber sehr kraftvolle feminine Entsprechung zu den aufregenden Arbeiten isländischer Bands wie Múm oder dem Komponisten Olafur Arnalds. Ein Stil, der schon beschrieben wurde als „Björk und Sigur Rós machen Musik in Tim Burtons Haus“.

Schnell wuchs ihre internationale Fanbasis. Die Zugriffe auf ihre kunstvollen Videos bei YouTube stehen bei mehr als 20 Millionen. Im Anschluss forschte Sóley erneut nach einer Musik, die sie so noch nicht gemacht hatte. Ergebnis dieser Bemühungen war die 2014 erschienene EP „Krómantik“, auf der sie cinematografische Klangbögen spannt. Die Musik darauf zeigte sich fast vollkommen befreit von Gesang und stieß vielmehr in avantgardistische Regionen zwischen Indie, Pop, Filmmusik und Soundscape-Landschaften vor. Gleich im Anschluss nahm sie die Arbeit zu ihrem zweiten Album „Ask The Deep“ auf, erneut eine Neubestimmung für sie, sowohl formal als auch inhaltlich. Denn ein Großteil der Lieder basierte nicht mehr auf Piano-Kompositionen, sondern bediente sich bei den unterschiedlichsten Instrumenten. Überdies bietet „Ask The Deep“ einen berührend wahrhaftigen Blick in das Seelenleben dieser außergewöhnlichen Künstlerin, die sich in den Texten des neuen Albums mit ihren eigenen Dämonen auseinandersetzte.

Nun erscheint am 5. Mai mit „Endless Summer“ ihr drittes Album, das wieder eine ganz neue Facette an Sóleys Musik offenbart. „Die Idee zu dieser Platte entstand in einer Nacht im Januar 2016: ich wachte mitten in der Nacht auf und schrieb mir selber eine Notiz: ‚Schreibe über Hoffnung und den Frühling’“, erzählt sie. So kam es dann auch: Die acht Songs ihres dritten Albums beherzigen einen geradezu weltumarmenden Optimismus, wie man ihn von Sóley noch nicht gehört hat. Und doch bleiben die intonierten Emotionen verhaftet in der Akzeptanz das Kalten und Dunklen. „Endless Summer“ ist damit wie der Sommer Islands – klar, kalt, frisch; und von einer unvergleichlichen, rauen Schönheit. Von ihrer neuen Single mit dem Titel „Never Cry moon“ (youtube.com/soley) kann man sich am besten live überzeugen, denn Soléy kommt auf Deutschland-Tournee.

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