Spring King

+ Julian Leucht

Datum: Freitag, 23. September 2016
Ort: Privatclub · Berlin ( Skalitzer Straße 85 · 10997 Berlin)
Einlass: 19:00
Beginn: 20:00

VVK: ab 16,00€ (zzgl. Gebühr)

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Wie gut sich angriffslustiger Postpunk, kraftvoller Garagenrock, brillante Pop-Melodien und ein guter Schuss Melancholie miteinander vertragen, das beweisen aktuell Spring King aus Manchester.

Ursprünglich 2012 als Soloprojekt des Multiinstrumentalisten Tarek Musa gegründet, hat sich das Quartett seine Sporen bei über 200 hochintensiven Liveshows verdient, bevor es im vergangenen Herbst seinen ersten Plattenvertrag unterzeichnete. Bereits zuvor hatten zahlreiche Radiostationen die ersten, extrem kurzen und knackigen Singles des Vierers auf höchste Rotation ins Programm genommen, Kollegen wie Fidlar, Wolf Alice, Slaves und Courtney Barnett nahmen die Band mit auf Tournee. Spätestens wenn Spring King am 1. Juli auch in Deutschland ihr Debütalbum „Tell Me If You Like To“ veröffentlichen, werden sie sicher auch hierzulande zu den meistbeachteten Newcomern 2016 zählen. Am 23. September kommen Spring King für ein Showcase in den Berliner Privatclub, einen Tag vorher treten sie beim Hamburger Reeperbahn Festival auf.

Die Geschichte von Spring King beginnt 2012, als Tarek Musa für eine Weile im Haus seiner Eltern alleine war, als diese sich auf Reisen befanden. Eines Morgens wachte er auf und hatte die Eingebung, das Haus in ein provisorisches Studio umzubauen, um die Songs, die er bis dahin eher ziellos nur für sich geschrieben hatte, spontan aufzunehmen. Zu Hilfe eilte ihm sein bester Kumpel Peter Darlington, der Gitarre spielen konnte. Die Aufnahmen schritten voran, man empfand, dass man aus diesen ersten Ideen eine Band formen sollte. Über einen Facebook-Post fand man den Bassisten James Green, mit Andrew Morton kam ein zweiter Gitarrist hinzu. Nur ein Drummer fehlte, was Tarek Musa dazu veranlasste, Schlagzeug und Leadgesang zu übernehmen.

Vom Fleck weg fanden die frisch gegründeten Spring King ihren eigenen Sound, basierend auf ihrem eigenen, weitgefassten musikalischen Background. Die vier Musiker lieben die Melodien der Beach Boys, das klare Nach-vorne-Rocken eines Bruce Springsteen, das Genre-Surfen von The Clash, aber auch die melancholischen Party-Tunes einer Band wie Arcade Fire. In diesem Spannungsbogen zwischen Postpunk, Garagenrock, Indie, Pop und zeitloser Coolness richteten sich Spring King schnell ein – und avancierten zu Underground-Heroen, die mehr Auftrittsmöglichkeiten angeboten bekamen, als sie übernehmen konnten.

Kaum wurden im Herbst 2014 die ersten Songs auf der EP „Demons“ veröffentlicht, stieg ihr Stern – dank zahlloser prominenter Fans unter den britischen Radio-DJs. Legenden wie BBCs Huw Stephens und Steve Lamacq oder Triple Js Zan Rowe spielten ihre Songs regelmäßig in ihren Programmen. Parallel verbreitete sich über Printmedien wie NME, Guardian, Wired und Stereogum die Kunde über ihre atemberaubend intensiven Livekonzerte, die zuweilen in ungezügelte Orgien ausarten können.

Doch das bedeutendste Ereignis im kometenhaften Aufstieg von Spring King geht zurück auf Zane Lowe, eine weitere Legende der englischen Radio-Landschaft. Als jener seinen allerersten „Beats 1“-Podcast für Apple Music mit dem Spring King-Song „City“ eröffnete, fragten sich weltweit Millionen von Zuhörern, wer diese neue Band ist. Mit einem Schlag waren sie in aller Munde.

Dennoch ließ sich die Band Zeit, um das Debütalbum „Tell Me If You Like To“ in aller Ruhe in den Chapel Studios in Lincolnshire aufzunehmen. Von Anbeginn gewohnt, die Fäden selbst in der Hand zu haben, übernahm Tarek Musa auch gleich die Produktion des Albums. Das Ergebnis spiegelt die Achterbahnfahrt, die diese Band in den letzten zwei Jahren erlebt hat, auf kongeniale Weise wider; es gibt enorm poppige, hittaugliche Momente ebenso wie manchen düsteren und derben Rocker. Wer sich ein Bild von der Entstehungsgeschichte und der Selbstfindung dieser aufregenden Band machen möchte, dem sei das Video zu der Single „Rectifier“ empfohlen, in dem im Zeitraffer die gesammelten Erlebnisse von den ersten Wohnzimmer-Aufnahmen bis zu ihrem frenetisch gefeierten Gig beim Reading-Festival im vergangenen Jahr erzählt werden.