VOIVOD Photocredit: Wayne Archibald

VOIVOD

Datum: Freitag, 09. August 2019
Ort: Bi Nuu · Berlin ( Im Schlesischen Tor · 10997 Berlin)
Einlass: 19:00
Beginn: 20:00

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Das einzige Vorhersehbare bei den kanadischen Kult-Metallern ist die Tatsache, dass bei ihnen noch nie etwas vorhersehbar war und auch nie sein wird. Seit mehr als 35 Jahren haben Voivod ihren Sound immer weiterentwickelt und verfeinert, haben mit jedem neuen Album fantasievolle, musikalische Werke erschaffen. Schon in den Achtzigern bereichern sie den konventionellen Thrash Metal durch ihren unkonventionellen Ansatz, in den Neunzigern fügen sie progressive Elemente hinzu, seit der Jahrtausendwende bleibt ihr Sound trotz diverser Line Up-Wechsel immer frisch und inspirierend. Im September 2018 schließlich erscheint Voivods 14. Studioalbum „The Wake”. Zu den Original-Mitgliedern Drummer Michel ‚Away‘ Langevin und Sänger Denis ‚Snake‘ Belanger gesellen sich Gitarrist Daniel ‚Chewy‘ Mongrain und der neue Bassist Dominic ‚Rocky‘ Laroche – eine neue Ära beginnt. Mongrain ist mittlerweile zehn Jahre in der Band und vertritt den 2005 verstorbenen Original-Gitarristen Denis ‚Piggy‘ D’Amour mehr als respektabel. Sein Anteil an der Entstehung von „The Wake” ist mindestens genauso wichtig wie Piggys während dessen Zeit in der Band. „The Wake” ist nämlich ein weiteres konzeptionelles Voivod-Meisterwerk, das den Hörer mit seiner musikalischen Sprengkraft und seiner faszinierenden Geschichte genauso überrascht wie zu den Hochzeiten Ende der Achtziger. Songs wie ‚The End Of Dormancy‘, ‚Iconspiracy‘ und ‚Spherical Perspective‘ nehmen so viele unerwartete Wendungen, wie sie sich ein Voivod-Fan nur wünschen kann. Ist der Vorgänger „Target Earth” (2013) so etwas wie die Wiedergeburt der Band, dann stellt die „Post Society”-EP von 2016 den Vorboten der Dinge dar, die noch kommen sollten. „The Wake” nimmt diesen Ansatz auf, erweitert aber die Parameter und den Horizont des Voivod-Sounds: Akustikgitarren stehen im Vordergrund, klassische Elemente fügen sich ein in ein kontrolliertes Untergangs-Szenario, das man von den Kanadiern kennt und liebt. „The Wake” lässt sich ohne Übertreibung von der Qualität her mit Meisterwerken wie „Dimension Hatröss“, „Nothingface“ oder „The Outer Limits“ vergleichen. Chewy dazu: „Ich habe viele der Ideen kreiert und an den Details gefeilt, aber am Ende war es doch eine Team-Arbeit. Snake hat einige Ideen am Bass aufgenommen, die mich weiter inspiriert haben. Rocky hat sich genau wie Away eingebracht; sein Talent, wie man Songs strukturiert, ist Gold wert, sein Groove ist unbezahlbar. Wir reden jetzt auch über den 15/4-Takt in ‚Always Moving‘“. Neue Facetten fordern einen neuen Ansatz und Chewy erklärt deshalb auch, „dass die Akustik-Gitarren extra hinzugefügt wurden, um die Riffs noch besser klingen zu lassen. Das hilft immer, die Farben der Akkorde präziser in den Vordergrund zu rücken. Wir haben das Ganze auch so laut gemischt, um es fühlen zu können. Die Streicher im Outro von ‚Sonic Mycelium‘ habe ich sofort im Kopf gehabt. Das klappte so gut, dass wir die Streicher auch gleich in anderen Songs eingesetzt haben. Da gibt es einen Part in ‚Always Moving‘, der von Strawinsky inspiriert ist. Klassik, Jazz, Metal, überall werden dieselben zwölf Noten benutzt, warum also nicht? Das ist erfrischend.” Das textliche Konzept des Albums, ein futuristischer Ausblick, wie sich die Erde nach einer Katastrophe neu erfinden muss, findet seinen Abschluss im letzten Song ‚Sonic Mycelium‘, einem 12-Minuten-Opus. „Das Stück ist eine Art Medley aus den anderen Stücken des Albums”, meint Snake. Ein Voivod-Album ohne das Artwork von Drummer Away wäre ebenfalls keins, also hat die Band am Ende alles richtig gemacht und man darf auf den zweiten Teil der Tour gespannt sein!