Alternative


„Süßes, sonst gibt´s Saures“

Oktober. Der Sommer ist längst vorüber und wir haben schon wieder haufenweise Klamotten an. Aber eigentlich auch gar nicht so schlimm, denn der Zwiebel-Look und die Musik bleiben einfach immer angesagt. Zumindest was Musik angeht sind wir uns da ziemlich sicher. Was die Fashion-Blogger dieser Tage so an Styles raushauen, werden wir oder ihr noch rausfinden. Auch dafür sind wir dankbar!

Halten wir also fest: Zum Jahresende wird es draußen kalt, drinnen jedoch, in den Herzen des guten Geschmacks und den gemütlichen Hallen der Zwei- und „Fansamkeit“ bleibt es warm. Um diesen Rhythmus beizubehalten und gar nicht außer Takt zu geraten, bieten sich u.a. folgende Shows besonders gut an: 23.10. Jamie Lidell im Astra / 26.10. Bear´s Den im Huxleys / 27.10. The Album Leaf im Bi Nuu / 30.10. The Low Anthem im Lido. Wer eher in gruselige Stimmung versetzt werden will, wenn er am 31. Oktober das Haus verlässt, sollte folgende Shows aufsuchen: Crystal Castles im Columbia Theater / Dark Funeral im Musik und Frieden / Loyle Carner im Lido oder White Lies im Huxleys Neue Welt. Alaaf! Am 11. November wird nicht nur der Karnevalsbeginn in Köln eingeläutet, sondern auch die Fastnacht der Berliner Bühnen. Dabei sind: Impericon Never Say Die! Tour im SO36 / Palace im Privat Club / Pierce The Veil im Huxleys Neue Welt und Tommy Cash im White Trash Fast Food. Der Dezember besticht mit seiner weihnachtlichen Vielfalt, die neben knallroten Kandisäpfeln und pinker Zuckerwatte kaum bunter sein könnte. Ab sofort braucht sich keiner mehr beschämt auf die Waage stellen, der Tanz-, Moshpit- und Schunkelfaktor lässt die Kalorien von alleine purzeln. Wer sich diese Challenge geben möchte, sollte hier vorbei schauen: 01.12. Sierra Kidd im Postbahnhof Club / 04.12. Killing Joke im SO36 / 13.12. The Temperance Movement im Lido / 17.12. Flo Mega & The Ruffcats im Lido und am 22.12. Caliban & Suicide Silence im Columbia Theater.

Bleibt nur zu sagen: „Süßes, sonst gibt´s Saures“. Wir freuen uns euch auf den kommenden Shows im trendigen Zwiebel-, Zombie-, Einhorn- oder Elfen-Look zu sehen. Bis dann!

 

PJ Harvey – Die melodische Missionarin

Leid und Elend. Zwei wichtige Stichwörter in der Playlist von Polly Jean, kurz PJ Harvey, genannt.

Die Musikerin ließ keinen Zweifel an ihrer Ernsthaftigkeit, mit der sie das Publikum besingt, auf der riesigen Bühne des Citadel Music Festivals aufkommen. In ihrem sozialkritischen Song „The Community of Hope” erzählt sie mit nostalgisch trällender Stimme von einem längst ausgeträumten amerikanischen Traum. Und die Masse unterstützt sie in diesem Glauben mit wiegenden Köpfen, erhobenen Händen und digitalen Aufnahmen in Form von Fotos und Videos. So auch die Band hinter und das Saxophon mit ihr. Alle wiegen sich in einer skrupellosen Welt dank kurzer Idylle.

PJ Harvey mag sich nicht festlegen, so wie sie Leid und Elend in ihren Songs verknüpft, so verbindet sie auch musikalische Genres. Blues, Indie, Country, Rock’n’Roll. Eine heiße Suppe, die nur schwer zu löffeln und nicht für Jedermann greifbar ist. Dennoch fühlten sich rund 7.000 Besucher dazu berufen, sich der melodischen Missionarin hinzugeben. Genügend Vorarbeit für eine vernünftig gefüllte Show hat PJ Harvey allemal geleistet. Für ihr aktuelles Album „The Hope Six Demolition Project“ besuchte sie mit einem Kriegsfotografen unter anderem den Kosovo, Ghettos amerikanischer Großstädte und Afghanistan, um sich ein eigenes Bild von dem Schicksal der Menschen in diesen Krisengebieten zu machen.

„Mit eindringlicher Stimme, begleitet von langjährigen Wegbegleitern, wie Mick Harvey und John Parish, offenbart sich die Sängerin als unversöhnliche Wundenkratzerin. Sie protokolliert das globale Elend und verpackt es in mal traurige, mal aufrüttelnde Melodien. Ein schöner Abend über eine unschöne Welt. Dabei versucht PJ Harvey erst gar nicht Versöhnlichkeit vorzugaukeln. Sie spart sich die Begrüßung, sie stellt zwar ihre zehn Musiker vor, weitere Ansagen aber bleiben aus. PJ Harveys Weltsicht wirkt zu düster für das Tageslicht. Und als das nach dem mehr als eineinhalbstündigen Konzert der Dämmerung, verschwindet eine große Künstlerin unter großem Applaus…“ (Textquelle: MAZ, Photo: Peter Engelke)

 


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