PJ Harvey


Wir sagen Danke zum Citadel Music Festival

Gestern Abend hat das Citadel Music Festival mit dem Konzert der deutschen Rockpop-Band PUR seinen krönenden musikalischen Abschluss gefunden. Was am 04. Juni mit etwas Nieselregen und dem ausverkauften Konzert von Die Antwoord begann, endete am 28. August bei Sommer, Sonne und starker Hitze. Ein sehr leidlicher Sommer liegt nun quasi hinter uns, doch die Konzerte im Rahmen des Citadel Music Festivals waren alles andere als durchwachsen.

Die vier Jungs von AnnenMayKantereit haben die Zitadelle restlos gefüllt und für wahnsinnige Stimmung mit Hits wie „Pocahontas“ gesorgt. Niedeckens BAP haben ihre gemeinsame musikalische Rockgeschichte auf die Bühne gebracht, die US-amerikanische Folkband Beirut gute Laune verbreitet und Cypress Hill die Nebelmaschine neu erfunden. Die Briten von Editors haben mit Konfetti-Fontänen die Massen begeistert, Element Of Crime für Herzlichkeit gesorgt und King Kool Savas die größten Raps mit seiner Crew abgeliefert. Lionel Richie hat Liebeskummer mit einfühlsamen Soul bekämpft, Massive Attack haben sich als Pioniere des Trip Hop bewiesen, Pentatonix mit Acapella ihre Fans beglückt. Die Pixies wussten was ihr Publikum will, PJ Harvey hat ein politisches Statement gesetzt, die Cowboys von The Boss Hoss den Country aufleben lassen und die Dänen von Volbeat durch einen biergeschwängerten Rocker-Abend geführt.

Damit wurden 16 Shows unterschiedlichster Genres gezeigt, vielerlei Stimmungen zelebriert und überhaupt eines der längsten Festivals besiegelt. Etabliert hat sich das Citadel Music Festival nach über 10 Jahren in der Zitadelle Spandau allemal. Wer mehr darüber erfahren möchte kann sich über die Geschichte belesen. Die verschobenen Aquanario-Shows finden übrigens am 02., 03. und 04. September statt. Wir wünschen allen Teilnehmern viel Spaß und freuen uns auf eine tolle Saison mit einem großartigen Line Up im Jahr 2017. The Show must go on!

PJ Harvey – Die melodische Missionarin

Leid und Elend. Zwei wichtige Stichwörter in der Playlist von Polly Jean, kurz PJ Harvey, genannt.

Die Musikerin ließ keinen Zweifel an ihrer Ernsthaftigkeit, mit der sie das Publikum besingt, auf der riesigen Bühne des Citadel Music Festivals aufkommen. In ihrem sozialkritischen Song „The Community of Hope” erzählt sie mit nostalgisch trällender Stimme von einem längst ausgeträumten amerikanischen Traum. Und die Masse unterstützt sie in diesem Glauben mit wiegenden Köpfen, erhobenen Händen und digitalen Aufnahmen in Form von Fotos und Videos. So auch die Band hinter und das Saxophon mit ihr. Alle wiegen sich in einer skrupellosen Welt dank kurzer Idylle.

PJ Harvey mag sich nicht festlegen, so wie sie Leid und Elend in ihren Songs verknüpft, so verbindet sie auch musikalische Genres. Blues, Indie, Country, Rock’n’Roll. Eine heiße Suppe, die nur schwer zu löffeln und nicht für Jedermann greifbar ist. Dennoch fühlten sich rund 7.000 Besucher dazu berufen, sich der melodischen Missionarin hinzugeben. Genügend Vorarbeit für eine vernünftig gefüllte Show hat PJ Harvey allemal geleistet. Für ihr aktuelles Album „The Hope Six Demolition Project“ besuchte sie mit einem Kriegsfotografen unter anderem den Kosovo, Ghettos amerikanischer Großstädte und Afghanistan, um sich ein eigenes Bild von dem Schicksal der Menschen in diesen Krisengebieten zu machen.

„Mit eindringlicher Stimme, begleitet von langjährigen Wegbegleitern, wie Mick Harvey und John Parish, offenbart sich die Sängerin als unversöhnliche Wundenkratzerin. Sie protokolliert das globale Elend und verpackt es in mal traurige, mal aufrüttelnde Melodien. Ein schöner Abend über eine unschöne Welt. Dabei versucht PJ Harvey erst gar nicht Versöhnlichkeit vorzugaukeln. Sie spart sich die Begrüßung, sie stellt zwar ihre zehn Musiker vor, weitere Ansagen aber bleiben aus. PJ Harveys Weltsicht wirkt zu düster für das Tageslicht. Und als das nach dem mehr als eineinhalbstündigen Konzert der Dämmerung, verschwindet eine große Künstlerin unter großem Applaus…“ (Textquelle: MAZ, Photo: Peter Engelke)

 


Bewerbungsformular







Maximale Dateigröße 5MB / Zulässige Formate: pdf, jpg, png

Maximale Dateigröße 5MB / Zulässige Formate: pdf, jpg, png

Maximale Dateigröße 5MB / Zulässige Formate: pdf, jpg, png

Ich habe die Datenschutzerklärung zur Kenntnis genommen und ich stimme zu, dass meine Angaben zur Kontaktaufnahme und für Rückfragen dauerhaft gespeichert werden.