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c: Steve Gullick
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EventimSeit über zwanzig Jahren widersetzen sich Blood Red Shoes jeder klaren Einordnung – und genau darin liegt ihre Stärke. Was als reduziertes Zwei-Personen-Projekt begann, hat sich zu einer der beständigsten und eigenwilligsten Konstanten im britischen Alternative Rock entwickelt. Ohne großes Pathos, aber mit umso mehr Nachdruck verfolgen Laura-Mary Carter und Steven Ansell seit jeher einen Ansatz, der auf maximale künstlerische Kontrolle und unmittelbare Wirkung zielt.
Gegründet im Jahr 2005 im südenglischen Brighton, entstand die Band aus dem Zerfall vorheriger Projekte. Ein Neuanfang, der schnell Fahrt aufnahm: Schon früh erspielten sich Carter und Ansell mit hunderten Konzerten eine Reputation, die weniger auf kalkulierter Karriereplanung als auf schierer Bühnenwucht beruhte. Ihr Debüt „Box of Secrets“ wurde 2008 veröffentlicht, doch der eigentliche Motor der Band war stets das Live-Erlebnis: laut, kompromisslos, körperlich.
Gerade diese Energie ist es, die Blood Red Shoes bis heute antreibt. Während sich Genres zunehmend in Nischen auflösen, besteht das Duo darauf, sich schlicht „Rockband“ zu nennen, ein Begriff, der, wie sie selbst sagen, fast nichts mehr bedeutet und gerade deshalb passt. Zwischen Alternative Rock, Indie-Anleihen und einem bewusst rohen Sound bleibt ihre Musik schwer greifbar, aber umso unmittelbarer.
Ein zentrales Kapitel dieser Geschichte spielt sich auf den Bühnen der Welt ab. Über 300 Konzerte bereits in den frühen Jahren, Festivals wie Reading oder T in the Park, später internationale Tourneen – Blood Red Shoes haben sich ihr Publikum im wahrsten Sinne des Wortes erspielt. Ihre Shows sind keine perfekt choreografierten Spektakel, sondern physische Ereignisse: zwei Menschen, die den Raum mit maximaler Intensität füllen. Für 2026 kündigt das Duo nun seine erste große Tour seit den Jubiläumskonzerten 2024 an, mit einem Set, das alte Stücke mit neuem Material verbindet.
Denn nach vier Jahren Pause erscheint 2026 neue Musik – vollständig selbst geschrieben, produziert und gemischt. Ein Werk, das nicht nur künstlerische Autonomie demonstriert, sondern auch die Konsequenz, mit der Carter und Ansell ihren eigenen Weg gehen. Parallel dazu zeigt Carters Soloarbeit eine andere, introspektive Seite, doch im Kern bleibt das Duo ein Ort der Reibung, der Lautstärke, der Unmittelbarkeit.