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Rolf Walter
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Eventim»Kann denn Liebe Sünde sein? Auf den Spuren des Liedtexters Bruno Balz«
Songs wie »Ich brech‘ die Herzen der stolzesten Frau‘n«, »Der Wind hat mir ein Lied erzählt« oder »Ich weiß, es wird einmal ein Wunder gescheh‘n« und ihre Interpreten kennt jeder.
Doch wer war Bruno Balz, den Mann hinter diesen Texten?
Einer der ersten, der schwule Schlager schrieb, Hunderte Liedtexte für UFA-Filme verfasste und auch noch nach 1945 Hits wie »Wir wollen niemals auseinandergeh‘n« oder »Mama« landete?
Judith Kessler verrät in ihrem Buch
»Kann denn Liebe Sünde sein? Auf den Spuren des Liedtexters Bruno Balz« (Nicolai 2025),
was dran ist an den Geschichten, die über ihn erzählt werden – wie Balz etliche der bekanntesten schnulzigen, aber auch frechen und doppeldeutigen Schlager der 30er- und 40er-Jahre schreiben konnte und wie das Bild eines tragischen Helden entstand, der als Homosexueller von den Nazis misshandelt seine Lieder unter Zwang verfasst haben soll.
Die Lebensgeschichte von Bruno Balz ist in ihrer Gesamtheit unglaublich und es ist ein Wunder, dass er die Zeit des Naziregimes überlebte. Ob Ilse Werner, Heinz Rühmann, Evelyn Künneke, Rudi Schuricke, Vico Torriani, Peter Alexander, Gerhard Wendland, Heidi Brühl, Charles Aznavour, und vielen, vielen anderen – jeder hat bei seinen Liedern sofort die Gesichter der InterpretInnen vor Augen.
Er schenkte uns Texte, die noch heute jeder im Ohr hat, doch kaum jemand kennt sein bewegendes Schicksal. Es wird Zeit, dass Bruno Balz im Bewusstsein der Menschen einen gebührenden Platz erhält.
Ein Abend über Lieder, Laster und Legenden. Mit Musik aus der Konserve.
Judith Kessler ist Sozialwissenschaftlerin, Biografieforscherin, Autorin und Mitbetreiberin des Jüdischen Kulturschiffs MS Goldberg in Berlin. Außerdem veröffentlicht sie regelmäßig Artikel in verschiedenen Medien